Eine Geschichte in Anlehnung an das Gleichnis Jesu vom undankbaren Knecht (siehe Matthäus 18, 21-35). Jesus lehrte sehr viel in Gleichnissen, kurzen Geschichten, die bei den Zuhörern eine Reaktion hervorrief.

Da wir in Deutschland nicht vorrangig indirekt mittels Geschichten lehren, sondern eher ganz klar und deutlich sagen, was Sache ist, habe ich dieses Gleichnis genauer untersucht und es in eine Geschichte umgeschrieben, die nun folgt. Es ist eher ein Dialog, den man sich vorstellen kann.

Da es Teil einer Arbeit innerhalb eines Bibelschulkurses ist, wäre ich sehr dankbar, wenn der eine oder andere mir kurz rückmelden könnte, ob und wie er oder sie durch die Geschichte in irgendeiner Art berührt wurde – emotional oder intellektuell – egal wie. DANKE!!

Lena und Martha, schon lange enge Freundinnen, tauschen sich über die Predigt vom Sonntag aus.

„Also ehrlich, ich weiß nicht, warum unser Pastor immer und immer wieder auf diesem einen Thema Vergebung rumreitet. Es gibt doch noch andere Dinge, die wichtig sind.

Ich gehe schon mein ganzes Leben in die Gemeinde, arbeite seit meiner Teeniezeit in der Gemeinde mit, gebe immer meinen Zehnten und auch bei den Sonderopfern bin ich nicht knausrig,…“

Ihre Aufzählung nimmt kein Ende und Lena unterbricht sie irgendwann: „Warum nervt es dich denn so??“

„Weil ich bei diesem Thema irgendwie IMMER an den Kindergottesdienstleiter denken muss, der mich einfach nicht ernst nimmt. Also ehrlich, ich bin Lehrerin und habe hin und wieder auch mal gute Ideen, die für unser Programm sonntags von Vorteil sein könnten. Aber er übergeht mich regelmäßig. Wenn aber Sonntags mal jemand gebraucht wird, um einzuspringen, da bin ich immer die erste, die gefragt wird. Ist ja auch praktisch, ich wohne gleich in der Nähe der Gemeinde und bin halt der Depp, der nicht nein sagen kann. Aber wenn´s um inhaltliche Dinge geht, dann werde ich regelrecht ignoriert.“

„Hast du das denn schon mal angesprochen?“

„Klar, schon mehrfach! Aber es immer wieder das gleiche. – `Entschuldige, dass du dich so fühlst, ist echt nicht so gemeint…` Aber ändern tut sich nichts. Ich bin es einfach leid! Irgendwann ist die Geduld auch bei mir zu Ende. Und dann immer wieder diese Predigten, dass wir vergeben sollen. Aber irgendwann ist doch auch mal Schluss, oder? Und da ist mein Besispiel ja noch harmlos! Das weiß ich ja selber!“

„Ich glaube, wir verstehen den Wert der Vergebung nicht, sondern fühlen uns immer nur gegängelt, wenn wieder mal die Aufforderung erklingt, dass wir den anderen vergeben sollen.“

„Wie meinst du das?“

„Ok, also ich wechsel mal das Thema… Stell dir mal vor, dein Auto hat Totalschaden und du brauchst dringend ein Neues, da du sonst nicht auf Arbeit kommst. Im gleichen Monat muss das Dach eures geerbten Hauses, in dem ihr jetzt seit 10 Jahren wohnt, dringend repariert werden, da es reinregnet. Dein Mann hat gerade seinen Job verloren und deine Eltern müssen unbedingt ins Pflegeheim, weil ihr es nicht mehr schafft, sie allein zu versorgen. Das gute, was ihr euch schon lange ausgesucht hattet, hat aber einen ziemlich hohen Eigenanteil, der nicht ganz von der Rente deiner Eltern gedeckt wird, aber du willst es ihnen ermöglichen. Die Rücklagen, die ihr hattet, sind bei der letzten Autoreparatur und der Haussanierung drauf gegangen. Was brauchst du jetzt?“

„Geld.“

„Ja, in diesem Falle brauchst du Geld… und das nicht wenig. Ihr leiht euch was von einem Freund, der im Geld schwimmt. Dann verlierst du auch noch deine befristete Stelle, da du nur die Schwangerschaftsvertretung warst. Und es kommen noch weitere Probleme auf euch zu. Das geliehene Geld ist auch schon aufgebraucht, ihr müsst euch noch mehr leihen. Am Ende seid ihr bei einer Summe von 100.000€. Ja, ich weiß, es klingt etwas übertrieben, aber stelle es dir einfach mal vor.“

„OK. Die Vorstellung ist furchtbar. Ich wöllte nie so abhängig sein von jemandem.“

„Darum geht’s grad nicht. Also stell dir vor, du steckst mitten in diesem Schuldenberg. Hättest du jetzt die 1000€, die du vor einiger Zeit deiner Freundin geliehen hast, die würden dir auch nicht zur Lösung des Problem dienen. Es kommt der Tag, an dem euer Freund, von dem ihr dieses Geld geliehen bekommen habt, es zurückfordert. Er gibt euch eine Frist, aber ihr schafft es nicht, das Geld innerhalb dieser Frist zurückzuzahlen. Ihr bittet mehrfach und inbrüstig um eine Fristverlängerung. Ihr macht ihm deutlich, dass es einfach unmöglich ist für euch gerade, diese Summe zurückzuzahlen.“

„Ja wie auch, wenn keiner einen Job hat!!“

„Eben! Also nach dem langen Betteln und Bitten um eine Fristverlängerung ERLÄSST er euch eure Schulden! Er verlängert nicht nur die Frist, da er selber sieht, dass ihr es nie zurückzahlen könntet, sondern er erlässt sie euch komplett! Wie wäre das?“

„Das wäre unglaublich! Unvorstellbar… zu schön, um in dieser Welt wahr zu sein, um ehrlich zu sein!“

„Jetzt treibe ich das Beispiel mal ins Extreme! Lach mich nicht aus! Also eure Schulden, die ihr bei eurem Freund angehäuft habt, sind jetzt in meinem Extrembeispiel nicht nur 100.000€, sondern bei 4,5 Mrd €!“

„Jetzt spinnst du aber! Wie soll ich bitteschön auf einen Schuldenberg von 4,5 Mrd € kommen!“

„Ich nutze nur das Besispiel, was Jesus benutzt hat, um seinen Punkt zu machen! Also höre zu und denke dich rein! Du hast 4,5 Mrd € Schulden, deine anderen Freunde schulden dir 7500 €. In diesem Zusammenhang kann man echt von einem mickrigen Kleckerbetrag sprechen, oder?

Diese 4,5 Mrd € Schulden werden dir erlassen. Ja ich weiß, unvorstellbar, aber stelle es dir einfach mal vor! Dir werden die Schulden erlassen und was tust du? Du gehst zu euren Freunden und verlangst die 7500€ wieder, da ihr eine dringende Ausgabe habt. Du brauchst dieses Geld und willst und kannst einfach nicht darauf verzichten. Es führt kein Weg daran vorbei! Eure Freunde müssen sich bei jemanden anderen das Geld leihen, da ihr keinen Aufschub ermöglicht.“

„Das wäre ja total hirnrissig von mir! Vollkommen undankbar und ein absoluter Realitätsverlust! Ich meine, wem gerade 4,5 Mrd € – selbst die 100.000€ aus dem ersten Beispiel sind schon deutlich genug – erlassen werden, der sollte doch dankbar sein und ebenso gütig mit den anderen umgehen!“

„Genau mein Punkt! Jesus vergleicht Gott mit diesem wohlhabenden Freund, der dir eine RIESENschuld erlässt und die nächste Aktion ist das Vorhalten einer Sache, die uns jemand anderes schuldig ist. Zurück zu unserem Ausgangsproblem: Wenn wir begreifen, was Gott für uns getan hat, dass er uns unsere Schuld erlassen, also vergeben hat, indem er seinen Sohn für uns hat sterben lassen, dann sollten wir für immer dankbar sein und nicht genervt von der Aufforderung, anderen ebenso die Kleinigkeiten, in denen sie uns gegenüber in der Schuld stehen, vergeben. Es geht nicht drum, dass du Gott irgendwas zurückzahlen kannst! Dein Dienst in der Gemeinde, dein Zehnter,…. all das kann dir die Vergebung deiner Schuld nicht „erkaufen“. Alles, was er fordert, ist, dass du ebenso gütig mit deinen Mitmenschen bist, wie er es mit dir war und ist! Sprich, dass du deinen Mitmenschen vergibst, selbst wenn sie dir bewusst Unrecht tun.“

„….“

„Und da ist nicht die Frage, wie oft sollst du deinem Kindergottesdienstleiter vergeben, dass er dich ignoriert. Oder wie oft sollst du jemanden vergeben, der dich immer und immer wieder verletzt. So ganz nach dem Motto, wenn ich jemanden 10 Mal für die gleiche Sache vergeben habe, dann muss ich ihm nicht mehr vergeben. Selbst wenn du 1000 Mal den gleichen Fehler vergeben musst. Wir müssen erst verstehen, wie viel uns vergeben wurde! Dann wird es deutlicher, wie wichtig Vergebung ist. Es ist nicht nur ein weiterer Punkt auf unserer christlichen To-do-Liste! Es ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens als Kinder Gottes. Ohne Gottes Vergebung wären wir keine Christen und hätten keine Hoffnung! Aber diese Vergebung Gottes kommt mit der Aufforderung an uns, ebenso unseren Mitmenschan zu vergeben!“

„…. Oh wow, mir fehlen die Worte. Wenn ich es unter diesem Blickwinkel betrachte, scheint das Problem mit den anderen in der Gemeinde oder auch auf Arbeit oder i der Nachbarschaft echt marginal. Und doch ist es nicht leicht!“

„Das hat auch keiner behauptet!“

PS: Die Zahlen habe ich wie folgt umgerechnet: In der Bibel werden Denare und Talente benutzt. Ein Denar ist ein Tageslohn, 1 Talent sind 6000 Denare. Ich habe also einfach mal den aktuellen Mindestlohn von 9,35€ mal acht Stunden gerechnet und diesen dann entsprechend multipliziert. Die 10.000 Talente können auch von Jesus nicht als ernstgemeinte Schuldensumme benutzt worden sein, sondern sollten das enorme Ausmaß der Vergebnung uns gegenüber verdeutlichen.

This article has 3 comments

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